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Herzlich willkommen auf der Kolonie Freiheit

Auf diesen Seiten möchten wir euch einladen, sich einmal näher auf einer der schönsten Kleingartenanlagen im Neuköllner Kiez umzusehen.
Neben schönen Gärten, netten Leuten, einem Spielplatz für die Kleinen, einer Tischtennisplatte und einem Kickertisch (nicht nur für große Kinder) findet ihr seit 2010 auch einen Naturlehrpfad auf unserem Gelände, der zum Spazieren, Schauen, Riechen, Schmecken und Verweilen einlädt.

Wir wünschen viel Spaß - sowohl bei einer virtuellen, als auch bei einer tatsächlichen Erkundungstour auf unserer Kolonie Freiheit.

Der Vorstand


rbb Inforadio

Fr 22.06.2018 | 09:45 | Nahaufnahme  
Lauben ohne Zukunft?

Berlin braucht Wohnungen, doch die Bauplätze sind knapp. Mehr und mehr geraten deshalb auch die Kleingärten in den Fokus der Baulobby. Sie machen rund drei Prozent der Gesamtfläche von Berlin aus. Bis zum Ende des Jahres will die zuständige Senatsverwaltung den so genannten Kleingartenentwicklungsplan vorlegen. Erst dann steht fest, welche Gärten auf Dauer bleiben können und welche Parzellen geräumt werden müssen. Die Unsicherheit unter den Kleingärtnern ist groß, hat Thomas Rautenberg bei einem Besuch in der Kolonie "Freiheit" in Neukölln festgestellt.  

Krasser könnte der Gegensatz kaum sein: Auf dem Neuköllner Dammweg herrscht dichter Verkehr, es ist stickig und heiß. Dann das Tor zur Kleingartenkolonie "Freiheit". Dahinter ist der Großstadtverkehr ganz schnell vergessen. Gefühlt ist es deutlich frischer, was daran liegen mag, dass in vielen Gärten die Rasensprenger laufen. In noch mehr Gärten weht die Deutschlandfahne.

Michael Jubelt sitzt gemütlich auf einer Bank am Hauptweg. Blaue Hose, College-T-Shirt und ein freundliches Lächeln auf dem Gesicht. Der 57-Jährige fühlt sich hier heimisch. Früher war er Banker, heute ist er im Vorruhestand und verbringt die meiste Zeit in seinem Garten. Wir schlendern auf dem Schwarzen Weg entlang, der früher mal eine direkte Verbindung zur Dieselstraße war. Dann wurden die Hochhäuser der Weißen Siedlung gebaut und mit dem Durchgangsverkehr war es vorbei. Wir biegen ab in den Fliederweg, Autos würden hier nicht mehr durch passen.

Henrik hat das Grundstück hinter dem Zaun. Er hat uns längst mitbekommen. In einer Gartenkolonie entgeht den Nachbarn nichts. Auch er ist, wie er sagt, jeden Tag auf seiner Scholle: "Man hat immer ein Stück Freiheit. Immer wenn man herkommt, hat man das Gefühl, man ist im Urlaub." Doch wie lange noch? Im Jahr 2020 läuft die Schutzfrist für viele Berliner Gartenkolonien aus. Auch für die "Freiheit" am Neuköllner Dammweg. Henrik kann und will vor allem nicht daran denken: "Das wär' ein düsteres Inferno, was wir da hätten, wenn da gar kein Grün und nichts mehr da wär', da wär' nichts, auf gar keinen Fall."  
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Ein paar Schritte weiter ist der Eingang zu Michael Jubelts Garten: Etwa 300 Quadratmeter groß, ein Stück gepflegter Rasen mit vielen Blumen drum herum, ein kleiner Wasserfall, der vor sich hin plätschert, eine Laube aus massivem Holz. 1963 hatten Jubelts Eltern die Parzelle gepachtet. Später hat er sie dann übernommen. In anderen Familien wollte niemand den Garten haben.  

Das Bundeskleingartengesetz schreibt eine überwiegend gärtnerische Nutzung der Parzelle zwingend vor. Die Vorstände der Kleingartenanlagen achten auch darauf. Wer will schon seinen Schutzstatus als Gartenkolonie wegen einer falschen Nutzung riskieren? Bei Michael Jubelt hält sich Freizeit- und Gartennutzung in etwa die Waage. Besonders stolz ist der 57-Jährige auf sein Gewächshaus, in dem reihenweise Jungpflanzen stehen. Den eigentlichen Nutzgarten mit Zwiebeln, Kohlrabi, Tomaten und verschiedenen Kräutern hat Jubelt in die erste Etage verlegt.  

Wenn im Jahr 2020 die Schutzfrist endet, heißt das noch lange nicht, dass die Planierraupen kommen und alles platt schieben. Allein in Neukölln gibt es vier Kolonien, deren Schutz schon vor Jahren ausgelaufen ist und trotzdem wird dort noch gegärtnert. Manfred Hopp, Vizepräsident der Berliner Kleingärtner, fürchtet, ganz ohne Verluste werde es für die etwa 69.000 Laubenpieper in Berlin nicht ausgehen, dafür sei der Druck der wachsenden Stadt zu groß.  

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Im westlichen Teil der Neuköllner Kolonie "Freiheit", sind die Hochhäuser der Weißen Siedlung so nahe, dass sie fast schon bedrohlich wirken. Michael Jubelt hat sich längst an diesen Kontrast gewöhnt. Und er hofft, dass es dieses Nebeneinander zweier Welten auch künftig noch geben wird.  

Die Berliner wissen, was sie an ihren Laubenkolonien haben. Die Wartelisten sind länger als in jeder anderen Stadt. Auch die Ablösesummen sind mit bis zu 7.000 Euro für die Parzelle höher als anderswo. Und daran wird sich auch nichts ändern, weil es künftig wohl noch weniger Kleingärten geben wird.  

Das ganze Interview kann man sich auf der Internetseite des rbb anhören und Fotos gibt es auch zu sehen.

Am Sonntag, den 24. Juni soll das Interview noch mehrfach auf rbb INFORADIO ausgestrahlt werden.
Aktuelle Mitteilungen des Vorstands findet ihr hier
blume59 ani
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